INFO
9 Mai 2017

© Photo Valerie Giger

 

 

 

 
 

SHOWS
2017 Erfans Notebook, Videokunst Raum
2016 „Canotnale Bern, Jura“, Kunsthaus Langenthal
2016 „Canotnale Bern, Jura“, Centre Pasquart, Bienne
2016 „Valais to Lefkada“, Lefkas Cultural Center, Greece
2016 „Light Blue Memories Under Product Performances“, (Soloshow) FAQ Galerie, Basel
2016  Liste Total, during ArtBasel, Warteck Basel
2016 Photo Expo, Schloss Leuk
2015 „FROM THE INTANGIBLE TO THE TANGIBLE“, Volumes , Kunstraum Wachtelturm, Zürich
2015 „I am Photograph“, Lokal Int, Biel (Soloshow)
2015 „Estetica Del Gusto,“ CE Contemporary , curated by Viana Conti, Milano
2015 „Existential Tourism“, Nomadic Center of Art, Zürich
2014 Triennale Wallis, Schloss Leuk, Valais
2014 „Scafo“, San Stefano al Mare (IT)
2014  Artstadt Bern, Satellit, Lorraine, Bern
2014 Kulturpunkt Bern  „Carte Blanche“, Bern
2014 10 Jahre Progr, Owl observing the Police station, Bern
2014  Cantonale Bern Jura, Kunsthaus Langenthal
2013 „Schaffensbeiträge“ , Galerie zur Schützenlaube, Visp
2013  „Jungkunst“, Sulzer Halle Winterthur
2013 „Auf der Strecke“ , Stadtgalerie Bern
2013  Nur die Harten kommen in den Garten“ , Helmhaus Zürich
2013  „Progr In-House“ , Galerie Bernard Bischoff und Partner, Bern
2013 „ Selection 2012“, Photoforum Biel
2013 „Bodybuildingdotcom“, Museo de la Resistencia, Santiago
2012 „12 noon“, Centre Pasquart Biel
2012 „Different Bodybuilders “, Waschküche, Bern
2012 „Inside outside“, Progr, Bern, curated by band à part
2012  „100% Happy“ Monat der Fotografie, Wien
2011  „Indices“, Galerie Casa del Arte Zürich (solo show)
2011 „Jahresausstellung“, Ziegelacker Bern
2011  „Bernbezug“, Milieu Bern
2011 100% Happy, Eisbergkino, Projektion, Berlin
2011 „Monat der Fotografie“,  Wien
2011 „INDICES“, Substitut, Berlin
2011 „DIASPORAS“, BFM, Bern
2009  „Exposition de l’École de Vevey“ ; Ambassade de Suisse à Paris
2009 “Béton en scène“, house for architecture in Paris
2007 „100 Happy“, Forum Wallis, Schloss Leuk
2007 „Dia Barani“  Photographers for Africa
2006 “Vrai/ment“ ,‘Quai1’ in Vevey
2006„Vevey-Arsenic“, des images pour un théâtre , Lausanne
2006„Relations“, 23rd June 2006 in the café ‘Le Ve’ in Vevey

COLLECTIONS
Sammlung Kunststiftung Spital Brig
Sammlung Ketterer-Ertle (Erfan’s Notebook)
Private Sammlungen

 

AWARDS/RESIDENCIES
Artist Residency in BANSKÁ STANICA, Slowakei, 2015
Atelierstipendium PROGR, Stadt Bern, 2014
Schaffensbeitrag für junge Kunst Kt. Wallis, 2013
Atelierstipendium, Berlin (Kanton Wallis), 2011

BOOKS 
• Estetica Del Gusto, exhibition catalogue, Milano 2015
• All you can eat, Blurb edition 2014
• Indices, Blurb edition, 2012
•  Salon XV, exhibition catalog, 2011, Wien
• „100% Happy“, Trézélan : Filigranes Editions, 2007, Paris
• „Béton on en Scène“, Trézélan : Filigranes Editions, 2007, Paris

Treiben in Bilderfluten (German)

Viele Erwachsenen akzeptieren, dass ihre Biografie von einer Verarmung geprägt ist: Sie nehmen den Weg von den Höhen und vielfältigen Empfindungen eines Kindes hinab ins Tal des Funktionierens im Alltagstrott in Kauf. Sinneseindrücke und Stimmungen bleiben dabei oft wie Sedimentschichten unter der Oberfläche verborgen. David Zehnder ist ein Künstler, der den Zugang dazu behalten hat. Er geht diese Wege nicht aktiv suchend. Vielmehr lässt er sich vom untergründig Wirksamen finden.

Es ist unter anderem das Internet, das ihm Reisen ins Innere erlaubt. Hier lässt er sich treiben in den unendlichen Bilderfluten. Und wenn ihn ein Bild anspricht, betrachtet er das Gesehene genauer. Die Hintergründe  warum ein Bild veröffentlicht wurde, interessieren ihn. Er wird zum Forscher und Sammler, sucht nach weiteren, ähnlichen Bildern. „Die Auswahl, die man aus Millionen von Fotos und Videos trifft, hat immer etwas mit einem selbst zu tun. Kein anderer Mensch würde die genau gleichen Bilder in eine Reihe stellen wie ich“, sagt David Zehnder. Seine Bilderfolgen wirken sehr persönlich, auch wenn nicht er es ist, der diese Fotos gemacht hat. Die Inhalte, die er dabei aufgreift sind mehr als eine persönliche Nabelschau. Der visuelle Künstler tritt als feinsinniger Beobachter gesellschaftlicher Themen und menschlicher Abgründe auf den Plan. Er nimmt wahr was ist und zeigt es. Nicht mehr, aber auch nicht weniger.

Ein Beispiel für sein Schaffen stellt die Fotoreihe „Different Bodybuilders with different Newspapers in front of different  Backgrounds“ dar. Traurig blicken die abgelichteten Menschen in die Kamera und halten eine Zeitung in der Hand. Sie erinnern an Opfer von Entführungen, die von Lösegelderpressern  fotografiert wurden. Auf den ersten Blick ist nicht ersichtlich, zu welchem Zweck diese Bilder gemacht wurden. Erst durch das Aneinanderreihen von ähnlichen Fotos erschliesst sich dem Betrachter der Sinn dieser Zeitdokumente. Die Frauen und Männer auf den Bildern sind keinesfalls Betroffene krimineller Taten, sondern Opfer ihrer selbst und ihrer Vorstellung eines perfekten Körpers. Mit den im Internet veröffentlichten Fotos wird der Anfang einer Diät oder eines harten Trainings markiert. Der Blick der Internet-Community soll die Motivation steigern, um das hochgesteckte Ziel zu erreichen. Klar, dass ein paar Monate später ein Bild vom optimierten Ich im Netz auftauchen sollte. Aber das ist nur selten der Fall. Und so wirkt der Blick dieser „Versager“ umso trauriger.

David Zehnder hinterfragt durch sein Werk eine Gesellschaft, die den Körperkult zum Massstab für Erfolg gemacht hat. Der Bezug zur eigenen Körperlichkeit ist für David Zehnder nicht immer ganz einfach. „Als Künstler arbeitet man oft geistig

und ist kreativ. Da muss man sich vielleicht mehr als andere immer wieder bewusst im eigenen Körper verankern“, sagt der 39-Jährige.

Zehnder sieht keinen grossen Unterschied darin, ob er als professioneller Fotograf Fotos aus dem Internet fischt oder sie selber schiesst. Die Aufgabe des Künstlers sieht er darin, Bilder in einen neuen Kontext zu stellen. Hirsche, die von Jägern durch Fotofallen abgelichtet wurden, werden auf edlem Papier zu Kunstobjekten. Unbesehen davon, dass sie eigentlich nur Nachweis für schiessbares Wild sein sollten. Fotos auf denen chirurgische Geräte auf himmelblauem Hintergrund angepriesen werden, bekommen in David Zehnders Arbeit etwas Beklemmendes.

Dem Künstler ist es wichtig, sich nicht nur mit Innenwelten zu beschäftigen, sondern die positive Energie des Kunstschaffens auch nach aussen zu tragen. 2013 hat er mit einem Künstlerfreund das Kollektiv „Teaching Artists“ gegründet. Seither konzipiert er partzipative Kunstprojekte mit Menschen aller Generationen. Mit originellen Projekten an Schulen, Museen, Mediatheken und anderen institutionen entfacht er bei den Teilnehmenden die Leidenschaft für Kunst und Kultur.

Sein Projekt „Welt im Dorf“, das er im Rahmen der kulturellen Teilhabe durchführt, geht in eine ähnliche Richtung. In einem gemeinsamen Schaffensprozess versucht er mit der Bevölkerung von Simplon-Dorf  Fragestellungen rund um das Dorf zu visualisieren. Die interessierte Gruppe wird von David Zehnder während einem Jahr begleitet. In periodischen Treffen wird das entstandene Bildmaterial der „Dorfreporter“ begutachtet, besprochen und untersucht. Die entstehenden Reportagen sollen einen Einblick in soziologische, architektonische oder historische Themen des Ortes an der Simplon-Südseite geben. Sie werden später im Museum von Simplon-Dorf (Ecomuseum) ausgestellt.

Der Walliser Künstler wohnt in Basel und arbeitet in Bern. Er hat seine Fotografien und Videos schon an zahlreichen Kunstausstellungen im In- und Ausland zeigen können und wird von der CIE Contemporary Gallerie in Mailand vertreten. Regelmässig ist er im Rahmen seiner verschieden Projekte im Wallis anzutreffen. Das Pendeln quer durch die Schweiz macht ihm nichts aus. Wo er arbeitet spielt für ihn keine Rolle, aber Veränderungsprozesse anstossen, das möchte er, wo immer es möglich ist. Und manchmal nimmt er dazu auch selber die Kamera in die Hand.

© Natalie Benelli, 2017

Une inondation d’images (French)

Nombreuses sont les personnes qui acceptent que leur vie soit marquée au fil des ans d’un certain ralentissement : elles débutent leur existence dans les hauteurs d’une enfance explosive et multiple pour ensuite descendre dans la vallée d’un quotidien plus ronronnant. Nos impressions sensorielles et émotions restent alors comme dissimulées en couches sédimentaires sous la surface du sol. L’artiste David Zehnder n’est pas de ceux-là. Il a su garder un lien étroit et accès direct à ses sens. Nul besoin de les chercher activement, il préfère les laisser émerger intuitivement.

C’est entre autre Internet qui lui permet ce voyage intérieur. Il se laisse dériver par ce flot ininterrompu d’images. Et quand l’une d’entre elles lui parle, il la considère de plus près et s’intéresse aux antécédents qui ont motivé sa publication. Il devient alors un chercheur, un collectionneur, et se met en quête d’autres images semblables. « Ce que l’on retient parmi des milliers d’images est toujours révélateur de nous-mêmes. Aucun autre n’alignerait exactement les mêmes images dans cet ordre » nous confie David Zehnder. Ces séries d’images deviennent très personnelles, même s’il n’en est pas l’auteur. Mais les contenus dont il s’empare vont au-delà d’une exposition nombriliste et personnelle. Le photographe apparait comme un subtil observateur des questions de société et des interrogations humaines. Il constate ce qui est et le donne à voir, ni plus ni moins.

La série de photo « Different Bodybuilders with different Newspapers in front of different Backgrounds » est un bon exemple de son travail. Des personnes regardent tristement la camera, un journal à la main. Elles nous rappellent des victimes de prises d’otages photographiées par leurs bourreaux. À première vue, on ne saisit pas dans quel but ces images ont été prises. Puis la juxtaposition de photographies identiques donne un sens profond aux documents : les hommes et les femmes représentés ne sont pas victimes d’actes criminels, mais victimes d’elles-mêmes et de leur représentation d’un corps parfait. Car ces images publiées sur Internet servent à marquer le début d’une diète ou d’un entraînement intensif. Le regard de la communauté Internet sert alors à renforcer la motivation pour atteindre cet objectif ambitieux. Bien sûr une seconde image d’un moi amélioré devra apparaître dans quelques temps sur cette même page. Mais c’est rarement le cas. Le regard de ces « perdants » n’en est que plus triste.

Avec son œuvre, David Zehnder interroge une société qui a fait du culte du corps une mesure pour la réussite sociale. Pourtant, la relation à son propre corps n’est pas toujours simple, elle non plus. « Un artiste travaille le plus souvent mentalement, avec sa créativité. Il lui faut peut-être plus que d’autres s’ancrer consciemment dans son propre corps » nous confie l’artiste âgé de 39 ans.

Originaire de Brigue, il ne voit pas de contradiction à ce que lui, photographe professionnel, pêche des images sur Internet plutôt que de les produire lui-même. Son travail d’artiste consiste à situer ces images dans un nouveau contexte. Les cerfs, flashés par des pièges photos placés par des chasseurs, deviennent des objets d’art une fois couchés sur un papier luxueux, indépendamment du fait que ces photos servent d’abord à vérifier qu’il y a bien du gibier à tirer à cet endroit. Les images d’instruments de chirurgie mis en évidence sur un fond bleu ciel deviennent soudainement oppressantes dans l’œuvre de David Zehnder. Il importe à l’artiste de ne pas se limiter à son monde intérieur, mais d’extérioriser sa propre énergie positive créative. En 2013, il crée avec un ami artiste le collectif « Teaching artist ». Depuis, il conçoit des projets participatifs avec des inconnus, toute génération confondue. À travers ces actions artistiques menées dans des écoles, musées, festivals et médiathèques, il cherche à éveiller l’intérêt pour l’art et la culture auprès des participants.

Son projet « Welt im Dorf », qu’il produit dans le cadre du programme Art en partage de l’Etat du Valais, va dans le même sens. Dans un processus de création collective avec la population de Simplon-Village, David Zehnder tente de mettre en image les questions qui se posent autour du village. Le groupe de personnes intéressé par ce projet est accompagné par le photographe durant toute une année. Périodiquement, ils évaluent, discutent et étudient ensemble le matériel obtenu par ces « villageois-reporters ». Il en résulte des chroniques visuelles qui ouvrent le regard autan sur la sociologie, l’architectue que l’histoire de ce village situé au sud du col du Simplon. Ces travaux seront ensuite exposés au musée de Simplon-Village (Ecomuseum).

L’artiste valaisan habite à Bâle et travaille à Berne. Il a déjà régulièrement exposés ses photographies et vidéos en Suisse et à l’étranger et il est notamment soutenu par la « CIE Contemporary Gallerie » à Milan. Mais on peut aussi le rencontrer en Valais lorsqu’il réalise l’un ou l’autre projet. Voyager ainsi à travers toute la Suisse ne le dérange pas. où il travaille lui importe peu. Où qu’il soit, ce qui l’intéresse, ce sont avant tout ces processus de changement. Et parfois, c’est lui qui tient l’appareil photo à la main.

© Natalie Benelli, 2017